Ich lese zur Zeit in dem Großen Katechismus des Martin Luther. Dabei bin ich schon auf einige sehr erbauende aber auch zum Nachdenken anstiftende Zeilen gestoßen. So schreibt Luther über das erste Gebot „Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst nicht andere Götter haben neben mir“ u.a.:
„Darauf sehe nun ein jeglicher bei sich selbst, dass man dies Gebot vor allen Dingen groß und hoch achte und in keinen Scherz schlage. Frage und forsche dein eigenes Herz wohl, so wirst du wohl finden, ob es allein an Gott hange oder nicht. Hast du ein solches Herz, das sich eitel Gutes zu ihm versehen kann, sonderlich in Nöten und Mangel, dazu alles gehen- und fahren lassen, was nicht Gott ist, so hast du den einigen rechten Gott. Wiederum, hangt es auf etwas anderes, dazu sichs mehr Gutes und Hilfe vertröstet denn zu Gott, und nicht zu ihm läuft, sondern vor ihm flieht, wenn es ihm übel geht, so hast du einen andern Abgott.
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Darum lasse es sich ein jeglicher ernstlich zu Herzen gehen, dass mans nicht achte, als habe es ein Mensch geredet. Denn es gilt dir entweder ewigen Segen, Glück und Seligkeit, oder ewigen Zorn, Unglück und Herzleid. Was willst du mehr haben oder begehren, denn dass er dir so freundlich verheißt, er wolle dein sein mit allem Guten, dich schützen und helfen in allen Nöten? Es fehlt aber leider daran, dass die Welt der keines nicht glaubt noch für Gottes Wort hält, weil sie sieht, dass, die Gott und nicht dem Mammon (marteriellem Reichtum, Anm. v. MW) trauen, Kummer und Not leiden, und der Teufel sich wider sie sperrt und wehrt, dass sie kein Geld, Gunst noch Ehre, dazu kaum das Leben behalten. Wiederum, die dem Mammon dienen, haben Gewalt, Gunst, Ehre und Gut und alle Gemach vor der Welt. Derhalben muss man solche Worte fassen, eben wider solchen Schein gestellt, und wissen, dass sie nicht lügen noch trügen, sondern wahr werden müssen.“ (Quelle: http://www.glaubensstimme.de)
Ich gebe zu, der Sprachstil ist etwas antiquiert, aber es lohnt sich darüber nachzudenken, was der Reformator hier sagt. Ich weiß nicht, wie es euch dabei geht, aber mir macht das Mut, dass ich an Gott mehr habe als an allen und allem anderen.