“Predige das Evangelium zu jeder Zeit; wenn nötig, gebrauche Worte” soll Franz von Assisi gesagt haben. Heute hört man dieses Zitat in christlichen Kreisen oft. Wir sollen Menschen mit einem authentischen Lebenswandel von unserem Glauben überzeugen; unseren Worten nicht nur Taten folgen, sondern auch vorausgehen lassen.
Der Apostel Paulus schreibt den Christen in Rom: “So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi.” (Röm. 10,17; Luther ´84) Gott, der den Menschen aus Gnade, durch den Glauben, rettet, hat sich die Predigt, die Verkündigung des Evangeliums, zu der Ordnung gewählt, durch die Er wirkt. Da Er es aber ist, der erwählt und Glauben weckt, ist der Charakter und die Integrität, ja sogar die Absicht des Predigers, von untergeordneter Bedeutung. Deshalb konnte Paulus aus der Gefangenschaft an die Philipper schreiben: “Einige zwar predigen Christus aus Neid und Streitsucht, einige aber auch in guter Absicht: diese aus Liebe, denn sie wissen, dass ich zur Verteidigung des Evangeliums hier liege; jene aber verkündigen Christus aus Eigennutz und nicht lauter, denn sie möchten mir Trübsal bereiten in meiner Gefangenschaft. Was tut’s aber? Wenn nur Christus verkündigt wird auf jede Weise, es geschehe zum Vorwand oder in Wahrheit, so freue ich mich darüber.” (Philipper 1,15-18) Jedes Mal, wenn ich diese Stelle lese, muss ich schmunzeln. Da sitzt der Apostel der Heiden im Gefängnis, gebunden, nicht in der Lage das Evangelium in der Öffentlichkeit zu verkündigen und die Gemeinden zu besuchen und muss ansehen, wie einige Evangelisten sich falsch verhalten, wir würde vielleicht sogar sagen: Schaden anrichten, aber Paulus, anstatt sich zu ärgern und zu grollen, freut sich darüber, dass sie trotzdem das Evangelium predigen. Aber es macht mich auch nachdenklich. Denn so wichtig es ist, nach Gottes Geboten zu leben (1Petrus 2,15), scheint doch die Botschaft der Christen wichtiger zu sein. Und vielleicht sollten wir auch nach diesem Prinzip die Aktivitäten verschiedener christlicher Gemeinden beurteilen, denn die Botschaft des Evangeliums ist “eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben” (Römer 1,16). So werden Menschen wiedergeboren ,“nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes, das da bleibt.” (1Petrus 1,23)
Beiträge vom November 2008
Wort und Tat
November 30, 2008 · 3 Kommentare
Kategorien: Ethik · Evangelium